Zeig mir deine Laufschuhe und ich zeig dir Gesundheit

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Vielleicht habt ihr es schon auf meiner Facebookseite gesehen, ich habe eine neue Thursday Challenge gestartet. Dieses Mal geht es um Sport. Wie die meisten von euch wahrscheinlich wissen, liebe ich den Laufsport. Allerdings war es keine Liebe auf den ersten Blick, ich habe gelernt es zu lieben. Meinen ersten Lauf bin ich mit ungefähr zehn Jahren gelaufen. Ich hatte einen sehr, sehr schlimmen Husten, die Art von Husten die man als Mukoviszidosepatient hat, und ich musste laufen um meine Lunge zu retten. Natürlich habe ich es gehasst. Es war unvorstellbar hart aber es hat mein Leben gerettet. Nur auf Grund meines Laufens , nur auf Grund meines Sports, habe ich es bis zum 28. Dezember 2002 geschafft, dem Tag meiner Transplantation.

Nach meiner Transplantation war ich mehr als begeistert sagen zu können: „Ich brauche nicht mehr zu laufen, um am Leben zu bleiben. Ich kann ganz einfach nur faul auf dem Sofa sitzen.“ Und das hätte ich wahrlich tun können. Laufen war nicht mehr meine Therapie. Doch schneller als ich es mir eingestehen wollte fing ich an, das Laufen zu vermissen. Laufen war vor meiner Transplantation oft sehr hart gewesen. Oft musste ich beim Laufen schrecklich husten, hatte Kopfschmerzen, Lungenbluten und viele andere gruselige Begleiterscheinungen. Doch wenn ich einen guten Tag hatte, nicht so viel husten musste, dann fühlte sich Laufen stets nach Leben an. Durch das Laufen habe ich mich stark gefühlt und das war genau der Grund warum ich bald anfing, es zu vermissen. Ich wollte nach meiner Transplantation nicht einfach nur am Leben sein, ich wollte gesund sein, ich wollte mich stark fühlen und laufen war der einzige Weg dorthin.

Ich laufe heute anders als damals. Ich laufe nur so schnell wie ich mich fühle. Ich habe kein Bedürfnis mehr danach, mich zu besseren Leistungen anzutreiben. Gekämpft habe ich genug in meinem Leben. Wenn mir die Beine weh tun, laufe ich langsamer. Ich mache kein Intervalltraining mehr, ich laufe nicht mehr über den Schmerz hinweg, ich laufe nicht mehr um schneller zu werden. Ich laufe nur noch aus purer Freude und für ein gesundes Lebensgefühl.

Meine neue Thursday Challenge bezieht sich nicht nur aufs Laufen. Es geht darum, sich gesund zu fühlen und mit dem eigenen Körper zufrieden zu sein. Transplantiert zu sein bedeutet, dass man gelernt hat, seinem Körper zu misstrauen, doch Sport kann helfen wieder Eins zu werden mit Körper und Geist. Ich bin Doppellungen- und Lebertransplantiert und werde jeden Donnerstag zeigen, zu was ein transplantierter Körper trotz allem fähig ist. Gesundheit ist möglich, aber sie wird sich nicht neben dich aufs Sofa setzen. Du musst schon aufstehen und ihr hinterherjagen.

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