Es geht nicht darum Zeit zu haben, sondern sie sich zu nehmen

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Eines meiner Ziele im Leben ist es, für mein Schreiben bezahlt zu werden. Um genauer zu sein, so viel für mein Schreiben bezahlt zu bekommen, dass ich nichts anderes während meiner Arbeitszeit tun muss, außer Schreiben. Um dieses, doch eher unrealistische Ziel zu erreichen, lerne ich viel darüber was es braucht, Vollzeit Autor zu sein. Ich lese Bücher die mir hoffentlich eines Tages beibringen werden, in korrektem Englisch zu schreiben (irgendwann einmal…). Ich höre Buchmarketing Spezialisten zu um zu lernen, wie man sein Buch vermarktet wenn es geschrieben ist. Ich bin Mitglied in vielen Autoren Foren, um vom Erfolg und Umwegen anderer zu lernen und ich versuche jeden Tag, so viel wie es mir irgend möglich ist, zu schreiben. Schreiben ähnelt dem Sport – wer viel übt, wird besser. Siehe mein Montagsblog.

Aber es gibt noch eine weitere Komponente die man als professioneller Schriftsteller braucht – Lesen. Viel lesen. Wer viel liest, lernt das Schreiben. Man lernt vom Bestseller wie man es richtig macht und von weniger erfolgreichen Büchern was man besser vermeiden sollte. Vor zehn Jahren habe ich noch viel gelesen. Damals hatte ich noch Zeit. Heute habe ich diese nicht mehr. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich Lesen in meinen Tag quetschen soll. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich. Lesen, wann?

Dann hat mein Mann von einen Tag auf den anderen entschieden, fit zu werden, gesund zu essen und mindestens viermal die Woche zum Fitness zu gehen. Sofort war ich davon überzeugt, dass er es keine Woche durchhalten wird. Der Grund? Er hat ebenfalls keine Zeit. Wann? Mein Mann arbeitet einen Vollzeitjob der oftmals viele Überstunden mit sich bringt. Er ist der Koch im Haus, oftmals macht er die Einkäufe, verbringt Zeit mit seinem Sohn und Zeit mit mir und dennoch hat er die Zeit gefunden, zum Fitness zu gehen, weil er es zu seiner Priorität gemacht hat.

Wir haben alle Dinge im Leben, die wir machen wollen und dann nicht die Zeit dafür finden aber mal ehrlich, niemand ist zu beschäftigt, es hängt nur davon ab wie man seine Prioritäten setzt. Meinem Mann dabei zusehend, wie er stets Zeit für den Fitness fand animierte mich dazu, auch meine Prioritäten neu zu setzen und Lesen eine von ihnen zu machen. In den letzten 40 Tagen habe ich vier Bücher gelesen. Eines war so dick wie ein Ziegelstein. Habe ich meine freien Minuten sonst dazu genutzt, in meinem Telefon zu blättern, nutze ich sie jetzt zum Lesen. Fünf Seiten oder fünfzig, ganz egal, Hauptsache ich lese. Eine meiner neue gesetzten Prioritäten.

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