Denk positiv, immer.

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Selbstzweifel zu bekämpfen hört sich einfacher an als es ist. Wenn ich in meinen Vorträgen erkläre wie es funktioniert, seinen Selbstzweifel unter Kontrolle zu halten, dass der Schlüssel zu weniger Selbstzweifeln darin liegt, seine Gedanken zu kontrollieren, sich dazu zu zwingen, an die positiven Dinge in seiner Karriere, Leben und Gesundheit zu denken dann hört sich das Alles schön und gut an. Dennoch, es braucht konstante Willenskraft. Konstant, weil es nicht genug ist, seine Gedanken einmal zu kontrollieren, man muss es immer und immer und immer wieder tun. Sein ganzes Leben lang.

Gute Neuigkeiten sind, dass es mit der Zeit einfacher wird. Es ist ein bisschen so wie Sport. Die ersten fünf Kilometer die man läuft mögen noch der reinste Horror sein. Doch wenn man erstmal des öfteren gelaufen ist, fühlt es sich schon nicht mehr ganz so grausam an. Es fühlt sich noch immer nach Sport an, aber ist machbar. Genauso verhält es sich mit Selbstzweifeln. Zunächst scheint es unmöglich den negativen Gedanken nicht zu erlauben, einen zu überwältigen. Doch mit Zeit und Übung wird es einfacher, braucht immer weniger Energie.

Warum ich heute über Selbstzweifel schreibe? Weil heute einer der Tage ist, an denen auch ich mich wieder einmal anstrengen muss, meinen Selbstzweifel unter Kontrolle zu halten. Die Erkältung, von der ich bereits in meinen Sportvideos erzählt habe und die ich schon seit zwei Wochen mit mir herumtrage, ist noch immer nicht weg. Ich kann nicht sagen, dass ich mich wirklich krank fühle, aber ich fange an, ausgelaugt zu sein und ich fange an, mir Sorgen zu machen. Deswegen gehe ich heute zum Arzt. Zwei Wochen hustend sind genug. Es ist an der Zeit, meiner Erkrankung mehr Respekt und Aufmerksamkeit zu widmen, als ich es sonst tue.

Ich bin mir sicher, dass alles okay ist. Auch Lungentransplantierte können mal eine simple Erkältung haben und für ein paar Tage schlapp sein. Ich habe einen gesunden Körper, er wird das schon hinkriegen. Dennoch, es sind diese Momente in denen ich die kleine Stimme des Selbstzweifels hören kann, sie hören kann, wie sie in mein Ohr flüstert und mich wieder einmal für meinen Glauben arbeiten lässt. Heute muss ich dafür kämpfen, dass Gedanken wie diese nicht die Oberhand gewinnen: Du bist schon seit 14,5 Jahren transplantiert, irgendwann wird deine Lunge ihren Geist aufgeben. Vielleicht ist es keine Erkältung, sondern eine Abstoßung? Was wirst du machen, wenn du den Schleim nicht aus der Lunge kriegst? Und dann, unausweichlich, fange ich an mich zu fragen was mit dem kleinen Mann sein wird, wenn es zum Schlimmsten kommt.

Ja, an seine Gesundheit zu glauben, daran zu glauben, dass man gesund ist und der eigenen Erkrankung nicht zu erlauben, das ganze Leben zu bestimmen, ist harte Arbeit. Konstante Willensarbeit sich selbst immer wieder und wieder zu sagen, dass man gesund ist, egal was kommt. Dass alles gut sein wird und, wie in meinem Fall, dass es den wertvollen Organen gut geht und sie bald schleimfrei sein werden. Man kann kein gesundes Leben leben, wenn man negative Gedanken denkt. Denk positiv, immer!

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